Manchmal halten uns nicht die offensichtlichen Themen zurück, sondern die Bilder, die wir über uns selbst verinnerlicht haben. Wir gehen durchs Leben mit Rollen, Identitäten, Beschreibungen und inneren Festlegungen, die sich so vertraut anfühlen, dass wir sie kaum noch hinterfragen.
Doch genau darin kann eine tiefe Begrenzung liegen: in dem, was wir für „so bin ich eben“ halten.
In diesem Blogartikel erfährst du, was Identitäten eigentlich sind, warum sie anfangs hilfreich sein können und wie sie uns später unbewusst einschränken. Außerdem zeige ich dir anhand konkreter Beispiele, wie du limitierende Identitäten erkennst, was passieren kann, wenn du sie ablegst, und warum dadurch ganz neuer Raum für deine Seele, deine Kreativität und deine Entwicklung entstehen kann.
Was ist eine Identität?
Womit identifizieren wir uns? Das sind ganz viele Verabredungen, in die wir als Seele, als wir uns inkarniert haben, eingetreten sind.
- Wir haben zum Beispiel ein Geschlecht gewählt und aus meinem Blickwinkel kann es auch sein, dass wir dabei ein fließendes Geschlecht, eine fließende Geschlechtsidentität gewählt haben oder eine Identität, die sich im Laufe des Lebens verändert.
- Wir haben die Zugehörigkeit zu einem Land, einer Bevölkerungsgruppe, vielleicht einer religiösen Richtung, einer lokalen, regionalen Definition zugestimmt.
- Wir haben ausgewählt, in was für soziale Schichten wir hineingeboren werden.
- Und wir haben ganz viele Identitäten gewählt, die wir im weitesten Sinne zu unserem Charakter zählen, z. B.: “Ich bin die, die immer alles versteht. Ich bin die, der Menschen immer ihre Geschichte erzählen, weil ich so vertrauenswürdig bin und eine so einladende Energie habe.”
Identitäten haben mit Rollen zu tun
Zu unseren Identitätsrollen gehört z. B.,
- dass wir jemandes Tochter oder Sohn sind,
- dass wir die Frau oder der Mann von X oder Y sind,
- dass wir die Mutter oder der Vater sind, die Schwester, der Bruder, Onkel, Tante, Nichte, Neffe.
Es gibt im Grunde kein Feld unseres Lebens, das nicht durch Identitäten festgelegt ist. Das ist ganz typisch für Identitäten: Sie sind relativ klar definiert. Wenn man sie in Worte fasst, dann versteht fast jeder andere Mensch, was man damit meint.
Da nicken manche und sagen: “Ah ja, das passt zu mir, so bin ich auch”. Oder andere schütteln den Kopf und sagen: “Nicht mit mir, das passt überhaupt nicht zu mir”.
Die Ladung hinter der Identität
Diese ganzen Kurzbeschreibungen, die in unseren Identitäten stecken, sind tatsächlich im Rahmen unserer sozialen Begegnungen etwas ganz Wichtiges, gut Definiertes und vielleicht anfangs sogar Hilfreiches.
Irgendwann kommen wir aber an einen Punkt in unserer Entwicklung, ganz besonders in unserer spirituellen Entwicklung und Bewusstseinsentwicklung:
Da merken wir, dass in diesen Identitäten noch mal eine ganz eigene Ladung drinsteckt dafür, wie begrenzt wir durch das Leben gehen.
Wenn du diesen Artikel hier liest, hast du bestimmt in den letzten Jahren schon eine Menge innere Arbeit gemacht:
- Du hast wahrscheinlich schon Ahnenthemen gelöst.
- Du bist deinen inneren Kindern begegnet.
- Du hast verstanden, dass du andere Leben gelebt hast und dass in diesen Inkarnationen Dinge geschehen sind, die irgendwas mit dir gemacht haben, was sich heute noch in deinem Leben auswirkt.
- Du bist vielleicht schon in galaktische Themen eingetaucht.
- Du hast dich vielleicht ganz tief für deine Astrologie, dein Human Design, dein BaZi oder andere metaphysische Blickwinkel interessiert, um besser zu verstehen, wer du eigentlich bist oder wie deine Energie wirkt.
Und da werden die Identitäten wichtig. Denn die haben wir schon lange, bevor wir uns all diese unterschiedlichsten Zusammensetzungen angeguckt haben, die uns die limitierende Wirkung der Identitäten zeigen können.
Wie Identitäten uns einschränken
Lass uns mal das Beispiel von “Ich bin sehr verständnisvoll” nehmen. Was ist denn mit einem Menschen, der immer sehr verständnisvoll ist?
Dem kann man alles erzählen, der kann alles nachvollziehen. Der ist offen dafür, dass man ihm auch Dinge erzählt, die man vielleicht anderen Menschen niemals erzählen würde, weil dieser Mensch eben sagt: “Ja, das ist in Ordnung für mich. Du darfst so sein, du darfst dich so verhalten. Ich kann das nachvollziehen. Ich kann das verstehen.”
Ich selbst gehöre grundsätzlich zu Menschen, die sehr verständnisvoll sind, weil mir einfach nichts Menschliches fremd ist. Ich habe in meinen insgesamt 35 Jahren ärztlicher Tätigkeit mit so vielen Tausenden von Menschen gearbeitet. Ich habe als Notärztin und als Hausärztin Einblick in so viele verschiedene Wohnungen und Häuser von innen gehabt. Ich habe dabei so viel kennengelernt, dass ich überhaupt keine Berührungsängste habe.
Außerdem bin ich geboren mit zwei nicht definierten Kopfzentren im Human Design, die sind also oben weiß. Und ich bin geboren mit Neptun im ersten Haus.
Ich kann einfach so ziemlich alles verstehen. Es gibt ein paar rote Linien, da kann ich überhaupt nicht verstehen, warum Menschen dies oder das so oder so machen. Aber im Wesentlichen bin ich ein wirklich verständnisvoller Mensch.
Jetzt ist die spannende Frage:
Wo kann mich das limitieren?
Das limitiert an dem Punkt, wo meine Grenzen nicht absolut klar sind und meine Energie im weitesten Sinne Dinge abnickt, die eigentlich schon nicht mehr okay sind und die mich dann begrenzen. Und zwar, weil sie:
- mir zum Beispiel Schaden zufügen,
- weil sie mir wehtun,
- weil ich zum Beispiel verstehe, dass ein wichtiger Mensch in meinem Leben das und das macht, was überhaupt nicht schön für mich ist.
Und so schön ganz viele Menschen in meiner Welt und ich selbst es erstmal finden, dass ein Mensch verständnisvoll ist – so viel Begrenzung taucht da gleichzeitig im Verborgenen auf, wenn man diese Begrenzung nicht genauer angeguckt hat, sprich: Wenn man die Identität von “Ich bin immer die Verständnisvolle” nicht mal wirklich durchleuchtet hat.
Beispiele für limitierende Identitäten
Soziale Identitäten
Vielleicht kennst du diese Identität sogar selbst: “Ich bin die gute Tochter.” Wenn man zum Beispiel Geschwister hat, die sich um die älter werdenden Eltern gar nicht kümmern. Das habe ich ganz oft in meinem medizinischen Leben erlebt, dass es da drei Kinder gibt und eines dieser Kinder übernimmt die ganze Verantwortung und das ganze Caring für hochbetagte Eltern – und zwei andere Geschwister tun gar nichts.
Und dann gibt es die Identität “Ich bin das gute Kind, das sich kümmert und das alles übernimmt und auf sich nimmt.”
Das ist bestimmt erstmal aus Sicht unserer sozialen Wertbetrachtung eine ganz prima Identität:
- Wie gut, dass sich jemand kümmert.
- Wie gut, dass diese hochbetagten Menschen nicht ganz auf sich alleine gestellt sind.
- Wie gut, dass sie jemand bei Arztterminen begleitet und sich um die Tabletten kümmert, die man ja schnell mal verwechseln kann.
Auf den ersten Blick also alles in Ordnung. Aber was entsteht in diesem einen Menschen, der diese Identität erträgt? Und vor allem: Was entsteht in der Dynamik mit den Geschwistern, die diese Identität absolut nicht für sich angenommen haben?
Darin liegt ordentlich Würze und Potenzial für Konflikte, für Frustration und später auch für Dinge wie Kontaktabbruch.
Von diesen sozialen Identitäten gibt es tatsächlich sehr viele.
Metaphysische Identitäten
Es gibt natürlich auch metaphysische Identitäten, zum Beispiel: “Ich bin Projektorin”. Das ist ganz schnell gesagt.
Wenn ich diesen Satz benutze, gibt es eine ganze Menge Menschen, die versteht, was ich damit meine. Denn alle, die sich mit Human Design befasst haben, wissen, was es mit dem Projektoren-Energiesystem auf sich hat.
Aber was, wenn auch diese Identität wiederum Begrenzungen mit sich bringt?
Tauch mal ein in deine Identitäten
Tauche ein in die Frage:
Was für Identitäten trage ich eigentlich in mir, ohne dass sie mir bisher bewusst waren, ohne dass ich mich gefragt habe, was denn eigentlich die Begrenzung für mich in dieser Identität ist?
Tipp: Diese Frage ist besonders spannend, wenn deine Identitäten sozial sehr beliebte und für andere Menschen angenehme Identitäten sind.
Was passiert, wenn wir Identitäten ablegen?
Was ist denn, wenn du nun für dich entscheidest:
- Die Identität der immer Verständnisvollen lege ich jetzt ab.
- Ich habe gemerkt, wie sehr mich diese Identität in eine bestimmte Richtung schiebt.
- Wie sehr diese Identität bedeutet, dass ich mir immer stundenlang geduldig die Geschichten anderer Menschen anhöre.
- Dass ich ganz viel von meiner Lebenszeit dafür verwende, anderen Menschen das schöne Gefühl zu geben, dass sie richtig sind und dass sie so sein dürfen und dass es in Ordnung ist, sich so auszudrücken.
Was ist, wenn ich diese Identität nun plötzlich nicht mehr trage?
Auf einmal entsteht ganz viel Raum, weil ich diese Dauereinladung nicht mehr rausgebe, die Menschen immer das Gefühl gegeben hat:
“Komm her zu mir, erzähl mir deine Geschichte. Ich begleite dich darin liebevoll. Ich lass dich wissen, dass du richtig so bist. Ich gebe dir das Feedback, dass du in einem Konflikt die Partei bist, die recht hatte.”
Tatsächlich gewinnst du mit diesem Ablegen dieser Identität erstmal eine große Menge Lebenszeit. Aber natürlich erntest du auch von den Menschen, die bisher auf diese Identität zugegriffen haben, eine ganze Menge an Missfallen.
Denn Menschen haben sich daran gewöhnt, wie du bist:
- Sie haben sich an diese Identität gewöhnt,
- haben sie gerne für sich angefragt,
- haben sich dir anvertraut und haben dir ihre Geschichten erzählt,
- haben sich von dir die Bestätigung geholt, dass sie richtig sind, dass sie es richtig machen.
Mögliche Reaktion der anderen: Ablehnung
Wenn du all das auf einmal nicht mehr anbietest, kann es dir passieren, dass Menschen sauer auf dich sind, dass sie dich abwerten, dass sie dir also jetzt eine Identität geben, die sie gegen das Verständnisvolle setzen. Dass sie dir etwas aufdrücken, was ihre Beschreibung einer anderen passenden Identität ist und dass sie überhaupt nicht begrüßen, dass du dich in diese Richtung weiterentwickelt hast.
Und Achtung, mir ist ganz wichtig, das Ganze ist nur ein Beispiel. Ich versuche hier nur die Dynamik für dich zu beschreiben und dich in dieses Gedankenspiel mit hineinzunehmen.
Wenn du also diese Identität frisch abgelegt hast, kommen Feedbacks aus der Welt der Menschen, die dich bisher kannten mit der Identität, die das nicht so schön finden.
Das wiederum kann dir, wenn du diese Identität aber gerne ablegen wolltest, natürlich Unbehagen machen und vielleicht kann es dich auch zweifeln lassen:
- Es kann sich komisch anfühlen.
- Als hättest du auf einmal Menschen etwas weggenommen und wärst kein guter Mensch mehr.
- Oder als hättest du eine lange bestehende Loyalität verletzt.
- Als seist du egoistisch geworden, als würdest du jetzt gerade einen großen, gravierenden sozialen Fehler begehen.
Und ja, das sind alles Blickwinkel, die du einnehmen kannst. Denn das, was wir mit dem Ablegen einer Identität eben wirklich verändern, das ist viel größer, als es sich auf den ersten Blick anhören mag.
Was passiert, wenn du diese Reaktion deiner Umwelt einfach ausklingen lässt?
Wenn du entscheidest: “Ich möchte nicht mehr auf diese Identität festgelegt sein, also halte ich aus, dass ich jetzt das Feedback bekomme, dass ich mich verändert habe und zwar zu meinem Nachteil und dass ich gar nicht mehr richtig bin” – dann trägst du diese Identität eben nicht mehr.
Dann gehst du so durchs Leben,
- dass dir nicht mehr so viele Menschen ihre Geschichten erzählen,
- dass du nicht mehr bei so vielen Menschen Ratgeberin oder Ratgeber bin,
- dass du nicht mehr so viele Menschen in ihrem Sein bestätigst.
Vielleicht entdeckst du auf einmal ein kreatives Talent in dir, für das du vorher nie Zeit hattest, weil du ganz oft am Telefon warst, weil du ganz oft Besuch hattest oder dich mit Menschen getroffen hast.
Dieser Blogartikel ist kein Plädoyer dafür, keine Menschen mehr zu treffen oder zu telefonieren. Aber was, wenn deine Seele dir jetzt ganz andere Dinge durchgeben kann?
Was, wenn jetzt Seelenimpulse durch dich fließen können, wenn kreative Kräfte in dir erwachen und wenn diese ganzen Kräfte hinter der Identität von “Ich bin die, die immer alles versteht” geschlafen haben?
Das ist nämlich aus meiner Sicht das, was geschieht, wenn wir uns von Identitäten trennen, wenn wir das auf die Art und Weise machen, die sich für uns richtig und gut anfühlt.
Lerne, wie du deine Identitäten auf stimmige Weise ablegst
Ich bin keine Verfechterin von Extremen:
Ein Mensch, der immer sehr verständnisvoll war, der wird, wenn er diese Identität ablegt, nicht plötzlich zum abgegrenzten Ekelpaket, dem auf einmal alle Menschen egal sind.
Du kannst stattdessen einfach immer mehr Freiraum entstehen lassen und Schicht für Schicht ablegen. Und du wirst später auf diesen Zeitpunkt zurückgucken und denken: “Wow, als ich damals diese Identität abgelegt habe, immer und alles verstehen zu müssen, hat sich ganz viel für mich verändert, so dass es richtig toll für mich geworden ist.“
Dein persönlicher Soul Reset
Ich habe mich 2025 sehr tief mit einigen Bewusstseinsfeldern beschäftigt, ehrlicherweise tiefer, als ich das ganze Jahr über in allem, was ich gemacht habe, erzählt habe.
Im Rahmen dieser ganzen Beschäftigungen kam eine Durchgabe, in diesem Jahr einen Kurs zu machen, in dem Identitäten abgelegt werden. Der findet ab 19. Mai 2026 statt und heißt The Soul Reset.
Und das ist vielleicht das Tiefgreifendste, was ich in diesem Jahr anbieten werde. (Also nicht, dass irgendetwas anderes in meiner Arbeit nicht bis in die Tiefe geht.)
Auf The Soul Reset freue ich mich schon ganz besonders, weil wir da eben ganz viele gängige Identitäten anschauen werden und du für dich entscheiden kannst: Welche davon haben ausgedient, welche davon will ich nicht mehr tragen?
Wenn wir uns auf dieses Ablegen von Identitäten einlassen, dann verändern sich Dinge. Ja, dann reagiert das Feld um uns herum womöglich mit einer Welle.
Das Schöne ist: Dann kommen auf einmal andere Menschen auf uns zu und sagen, “wow, in der Form jetzt bist du genau der richtige Mensch für mich. Du bist so inspirierend für mich. Du bist mit dem, was durch dich jetzt kreativ fließt, ein solches Vorbild für mich.”
Und genau daraus entstehen dann neue Freundschaften, Partnerschaften und andere spannende Verbindungen auf Augenhöhe und frei von all den Erwartungen, die dich bisher limitiert haben.
Berührt dich diese Idee? Dann komm mit auf unsere gemeinsame Reise von The Soul Reset und lerne in deinem Tempo und in einem geschützten Raum, deine limitierenden Identitäten abzulegen.









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